Dr. Abass Abtahi

FA für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie,
Sozialmedizin, Klinische Hypnose




Kontakt u. Terminvereinbarung

Frau Marjan Safari
(Sozialpädagogin u. Sozialarbeiterin)

Telefon: 0221 - 972 486 40
E-Mail: info@dr-abtahi.de

Dr. Abass Abtahi - Balintgruppe köln

Dr. Abass Abtahi ist in der Nähe von Isfahan geboren worden, einen großen Teil seiner Schulzeit hat er in Isfahan verbracht. Später hat er an der Teheraner Universität sein Medizin Studium begonnen und dieses an der Universität Düsseldorf beendet. Seit 1982 lebt er in Deutschland.
Vom 1998-2008 hat er als ärztliche psychotherapeutische Leiter der Fachklinik Schloss in FreudenStadt gearbeitet. Die Fachklinik Schloss ist eine renommierte Fachklinik, Die ausschließlich sucht abhängige Frauen behandelt. Herr Abtahi leitet seit 2014 psychosomatische Abteilung in Siege Reha in der Stadt Hennef.

Dr. Abtahi ist Hypnotherapeut (M.E.G.), er ist auch Facharzt in neurologie und anerkannter Balintgruppenleiter durch die ÄK Baden-Württemberg wie auch durch die Deutsche Balintgesellschaft.
Er hat von Jahr 2004 - 2009 die jährliche Balinttagung in Freudenstadt in Kooperation mit der Deutschen Balintgesellschaft geleitet.



Balintgruppe

In der Balintgruppe steht die Arzt-Patienten-Beziehung im Mittelpunkt unseres Interesses. Dabei geht es zentral um die Frage: Wie kann der Arzt seine Kenntnisse und seine Begegnung mit dem Patienten nutzen, um die Konflikte, die der Symptomatik zugrunde liegen, gemeinsam mit dem Patienten zu erkennen und zu bearbeiten ?

Der Kollege/die Kollegin, die eine Begegnung mit einem Patienten vorstellt, beschreibt diese aus der Erinnerung – ohne Aufzeichnung oder Karteikarten. Es entsteht so ein erlebnis- und gefühlsnaher Eindruck vom Referenten, vom Patienten und von ihrer Beziehung zueinander. Die Balintgruppen-Teilnehmer, die diesem Bericht zuhören, geben im Anschluss ihre Eindrücke, ihre Gefühle und ihre Phantasien zu dem Gehörten wieder. Daraus entsteht ein komplexes Bild der Arzt-Patienten-Beziehung, das der Vortragende schweigend und aus der Distanz in Ruhe betrachtet. Er bekommt so Anregungen, neue Sichtweisen, es werden die „blinden Flecken“ erhellt. Dabei werden dem Referenten seine Wirkung auf den Patienten und seine eigenen Verhaltensmuster bewusst. Die Balintarbeit ist zum Teil Selbsterfahrung für den Arzt, die allmählich zu einer „begrenzten, aber doch wesentlichen, Wandlung in seiner Person“ (Balint) führt. Gleichzeitig lernt der Arzt, sich stärker auf den Patienten und dessen Erleben zu konzentrieren und dadurch, über die Krankheit hinaus, die gesamte Persönlichkeit des Patienten zu erfassen. Dies führt zu einem effektiveren therapeutischen Bündnis.

Die großen fortschrittlichen Veränderungen in der Suchttherapie in den letzten Jahren haben die Suchttherapie von der Konfession zur Profession und Messbarkeit in Bewegung gesetzt. Die Prinzipien wie Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der Patienten, die starke Betonung auf Individualität, wie ganzheitliche Betrachtung und Therapie, im Kontext des multiprofessionellen Teams verlangen ständige Reflexion der Begegnung aller Betroffenen. Zentral für die effektive Behandlung der Suchtpatienten ist die gelungene Integration und enge Kooperation der verschiedenen Disziplinen. Die Balintgruppe bietet eine Basis für Beziehungsarbeit zwischen verschiedenen Professionen und intensiven Gedankenaustausch und Ideenentwicklung, was eine effektivere Zusammenarbeit ermöglicht.

Die Teilnahme an Balintgruppen ist in der Facharzt-Weiterbildung als Baustein verankert und zur Abrechnung der Leistungen der psychosomatischen Grundversorgung obligat.


Balintgruppen für Lehrerinnen und Lehrer

In wenigen Berufen spielen das zwischenmenschliche Beziehungsgeschehen und die unterschiedlichen Formen der Kommunikation eine so zentrale Rolle wie im Lehrberuf. Lehren und Lernen finden fast vollständig eingebettet in zwischenmenschlichenBeziehungen statt, die sich z.T. auch sehr schnell verändern können; deshalb muss das menschliche Gehirn ständig bewusst und auch unbewusst die Qualität der Beziehungsentfaltung evaluieren, um wenigstens annähernd effektiv darauf reagieren zu können.

Die neurobiologische Forschung hat inzwischen bestätigt, dass dieser Evaluationsprozess das neurobiologische – hormonelle System des menschlichen Körpers steuert und damit je nach Beziehungsgestaltung gesundheitsfördernde oder belastende Auswirkungen hat. Durch die zunehmend komplexeren Beziehungen, in denen Lehrkräfte mit Schülern, Eltern, Kollegen und Vorgesetzten stehen und durch die vielfältigen Rollen, die Lehrkräfte permanent ausfüllen müssen, entstehen für sie auch große physische und psychische Belastungen, die oft zu einem Burnout – Syndrom führen und nicht mehr von der Einzelperson verarbeitet und bewältigt werden können.

Unter diesen Umständen sind präventive Maßnahmen wie z.B. Balint – Arbeit für Lehrkräfte eine Möglichkeit, mit diesen Belastungen umzugehen und wieder Kraft und Selbstsicherheit für die vielfältigen Aufgaben ihres Berufes zu gewinnen.

Eine Balint – Gruppe setzt sich aus bis zu zwölf Lehrerinnen / Lehrern zusammen. Die Treffen finden in der Regel monatlich für zwei Stunden statt, wobei in der Gruppe die eigenen Beziehungen zu den oben genannten Personen ganz im Mittelpunkt stehen.
Jeder Teilnehmer sollte eine Begegnung mit einem Schüler / Eltern / Kollegen / Vorgesetzten, in der es zu belastenden Erlebnissen in der Beziehung gekommen ist, aus der Erinnerung spontan und ohne Aufzeichnungen beschreiben.

So kann bei den Zuhörern ein gefühlsnaher Eindruck von dem Vortragenden und den Personen, mit denen er in Beziehung steht, entstehen; diese Eindrücke, Gefühle, Assoziationen und Phantasien zu dem Gehörten werden anschließend in der Gruppe gesammelt und ermöglichen so dem Vortragenden eine neue Sichtweise in der Beziehungsdiagnose und erhellen eventuell „blinde Flecken“, die eine solche Diagnose behindern oder sogar gänzlich blockieren.

Die gemeinsame Arbeit im Schonraum einer solchen außerschulischen Gruppe kann eine Basis sein, emotionale Authentizität und Selbstsicherheit, persönlichen Stil und auch Mut zu entwickeln, der es wiederum ermöglicht, die mit dem Beruf verbundenen vielfältigen zwischenmenschlichen Beziehungen effektiver und für alle Beteiligten befriedigender zu gestalten. Durch diese kollegiale Zusammenarbeit lernen die Gruppenmitglieder konstruktiv mit Kritik von den unterschiedlichsten Seiten umzugehen, ihr Gegenüber in seiner eigenen Persönlichkeit besser zu erfassen und damit Beziehungen auf eine neue Basis zu stellen.

Der Gedankenaustausch kann ebenfalls eine gesunde Trennung von Arbeit, Freizeit und Privatleben unterstützen und somit berufsbedingte Belastungen vermindern, die sonst langfristig eine tiefe Beeinträchtigung der eigenen Berufszufriedenheit mit sich bringen.